200 Jahre Königsfeld

– Die Wurzeln, die Gegenwart und Zukunft –

 

1) Königsfeld – ein Energiezentrum seit 200 Jahren

Wer sich einen Einblick in die Historie Königsfelds verschafft, kann feststellten, wie viele Verbindungen von der Gründerzeit vor 200 Jahren bis in unsere Tage herüberreichen.

Welcher Ort in Deutschland mit zirka 3000 Einwohnern im Kernort hat schon eine solche Infrastruktur mit Buchhandlungen, Metzgereien, Bäckereien, Banken, Apotheke, Drogerie, Uhrenläden, Textilläden, Blumenläden, Kliniken, Lebensmittelläden, Fotoladen, Gastronomiebetrieben, Hotels und Pensionen, Friseure, Weltladen, Schreinerei, Schlosserei, Elektrobetrieb, Klempnerei, Reisebüro, Tabakladen, Bauunternehmen, Druckerei, Schmuckladen, Optikerbetrieb, Arzt- und Zahnarztpraxen, verschiedenste Heilpraktiker, Imbißstube, Post, Kurmittelhaus, Busunternehmen, Schulen, und so weiter? Zu verstehen ist dies nur aus der Geschichte Königsfelds.

Heute gilt es, das, was vor 200 Jahren zu Beginn des 19. Jahrhunderts grundgelegt wurde, wahrzunehmen, in seinem Wert zu schätzen und zu prüfen, inwieweit es richtungweisend sein kann für die Entwicklung Königsfelds am Beginn des 21. Jahrhunderts.

2) Wertschätzung des Menschen – Wertschätzung der Zeit

Die Pioniere aus den Gründerjahren wirkten bei der Entwicklung des Ortes nicht in erster Linie mit, weil sie Geld verdienen wollten, sondern sie arbeiteten als Teil der Gemeinschaft für die Gemeinschaft, sie investierten ihre Lebenszeit für den Mitmenschen. Man hatte ein gemeinsames Ziel, das sich wie ein roter Faden durch alle Aktivitäten zog. Dieses Ziel konnte so erfolgreich angegangen werden, weil alle gemeinsam eine ethische Grundhaltung verband. Das war wohl das, was Albert Schweitzer bei seinen Aufenthalten hier spürte und was ihn zu der Feststellung brachte, dass er in Königsfeld die Einsicht zur „Ehrfurcht vor dem Leben“ erhalten habe. Diese Haltung machte bis auf den heutigen Tag die Besonderheit Königsfelds aus und wird selbst von Außenstehenden als etwas Besonderes erlebt. Dies war wohl auch der Grund, warum sich die breite Palette an Gewerben von den Gründerjahren bis heute im wesentlichen erhalten bleiben konnte. Man legte stets Wert darauf, ein gutes Produkt oder eine gute Dienstleistung anzubieten; Qualität und fundiertes Wissen über das, was man anbietet, konnte und kann man als Kunde in Königsfeld erwarten.

Da man in Königsfeld schon immer anders mit der eigenZEIT umging, ist es auch nicht verwunderlich, dass hier der eigenZEIT-Verlag entstand, die GESELLSCHAFT FÜR ZEITKULTUR gegründet wurde und die Bestrebungen wach wurden, diesen Ort zum weltweit ersten ZEIT-Kurort auszurufen. Mit der Prägung der Münze „1 Stunde Eigenzeit“ wird ein für Königsfeld bedeutendes Zeichen gesetzt, das unmittelbar an die Historie unseres Ortes anknüpft. Das Medium „Geld“ bekommt in Form der Münze mit dem immateriellen Wert „Zeit“ einen humanen Bezug. Wer beim Anblick der Zeitmünze zunächst irritiert ist, ist irritiert, weil er statt eines Geldwertes ein noch nicht irgendwo einzuordnenden Zeitwert erhält. Man wird (sanft) gezwungen, sich mit dem „Wert“ der eigenen Zeit auseinanderzusetzen.

3) Mehr Zeit – Mehr Qualität

Wer ein Produkt verkaufte oder eine Dienstleistung anbot, unterschied sich meist von den Anbietern in anderen Gemeinden. Man setzte auf seine Einmaligkeit und war sich dessen bewusst. Man schämte sich nicht, als Querdenker dazustehen, sondern setzte schon immer auf sein bestes Kapital – gute Ideen. Ökonomie verband man stets mit der Ökologie. Gegen die Einfalt der Großen setzte man die Vielfalt im Kleinen. "Weniger ist mehr!" war schon immer ein meist unausgesprochenes Motto, das aber in einer Zeit, in der „Schneller viel ist besser!“ propagiert wird, nicht immer mit Selbstbewusstsein getragen werden konnte.

Nicht zu übersehen ist auch, dass manche Bereiche sich im Laufe der Jahre durch die Zeitbeschleunigungsfaktoren „Zentralisierung“, „Individualisierung“ und „Moderne Technik“ nicht mehr halten konnten und verlagert wurden. Zentral und ökonomischer arbeitende Ziegeleien und Brauereien mit effektiverer Technik haben die zeitaufwendige Handarbeit und damit die ortsansässige Ziegelei und Brauerei verdrängt. Am Beispiel der Schuhmacherei, die seit 1816 von Johannes Kronbach ausgeübt wurde und bis zum Jahre 1989 (!) im Haus und in der Familie Kronbach verblieb, wurde besonders deutlich, wie sehr die Zeitbeschleunigungsmaschinen über das "Ausspucken" fertiger und irreparabler Kunststoffschuhe den Wettlauf gegen die Qualität, zumindest vorerst einmal, gewann. Die arbeitsaufwendige Wäscherei mit den großen Wäschetrockenplätzen im Ortsmittelpunkt verlagerte sich schon früh in die private Waschmaschine. Dass damit der Ortsmittelpunkt als Kommunikationszentrum immer mehr in den Hintergrund trat, und man immer mehr aus der eigenen Stube heraus per Fernseher passiv auf das Geschehen in der weiten Welt sah, war eine unmerkliche Konsequenz aus der neuen Zeiteinteilung.

4) Visionen in Königsfeld

Vielleicht ist es heute wieder „an der Zeit“, etwas zu tun, um den Ortsmittelpunkt wieder zu beleben. Auch würde es passen, wenn wieder eine Töpferei einen Platz im Ort findet; vielleicht hat auch eines Tages ein Gastwirt den Mut, eine Gasthausbrauerei einzurichten, die dann wieder echtes Königsfelder Bier produziert.

Die Gründer Königsfelds, und dabei haben die Frauen ganz wesentlich die Haltungen mitgeprägt, wie die historischen Berichte aufzeigen, hatten eine Vision von ihrem künftigen Ort. Diese Vision konnte zur Realität werden, weil sie auf einer ethischen Grundlage basierte, die es ermöglichte, die Regie über die eigene Zeit zu übernehmen und "ein Jegliches zu seiner Zeit" zu tun.

Wer heute, als Einzelperson, als Gruppe oder als Organisation (z.B. als Gemeinde) diese Vision nicht für sich entwickelt, steht in der Gefahr, dass es andere für ihn tun. Wer in den Sog der Beschleunigung kommt, verliert sich mit der Zeit selbst und wird zum Spielball oder Werkzeug anderer. Kreativität wird dann durch Konsum ersetzt. Statt zu leben, wird man gelebt. Man geht unter im Einheitsbrei des Vorgeformten, der Schablonen, Kopien und Quantitäten. Einkaufsketten, Billigproduzenten und Fast-Food-Ernährer bestimmen den Alltag.

Wenn eine Gruppe von Menschen sich gemeinsam ein positives Vorstellungsbild über einen Zustand in der Zukunft schafft, dann führt dieser Prozess dazu, dass dieser Zustand sich selbst erfüllt. Königsfeld hat die Chance und die besten Voraussetzungen dafür, eine Vision zu entwickeln, die ihr einen ganzheitlichen Aufschwung zu Beginn des nächsten Jahrtausends verschafft. Die Besinnung auf die Eigenzeit, was ja soviel heißt wie SINN-Findung, ist dabei ein wesentlicher Schritt.

5) ZEIT – die 4. Dimension

Das Logo für das Projekt "Eigenzeit in Königsfeld", das Quadrat, zeigt symbolhaft die Verbindung auf von der Vergangenheit in die Zukunft. Das Quadrat spielte bei der Gründung Königsfelds eine im wahrsten Sinne des Wortes zentrale Rolle, wurde doch der Ortsmittelpunkt, welcher später "Zinzendorfplatz" genannt wurde, in Form eines Quadrates mit 75m Seitenlänge angelegt. Durch Wege in Form eines gleicharmigen Kreuzes, den Menschen symbolisierend, wurde dieses Quadrat noch einmal in vier Quadrate unterteilt wurde. Das Quadrat mit der "göttlichen" Zahl 4 war mit Sicherheit vor 200 Jahren noch bekannt als Symbol für die 4. Dimension – die Zeit !

Logo eigenzeit in K�nigsfeld

Das Lineare nennen wir eindimensional, die 1. Dimension.
Die Fläche geht in die 2. Dimension.
Der Raum beansprucht die 3. Dimension.
Die Zeit aber erleben wir als 4. Dimension.

Wir leben in der 3. Dimension (Raum),
aber wir erleben die 4. Dimension (Zeit).

Den Raum können wir "haben", in der Zeit können wir nur "sein".

Die 4 steht für Natur, sie steht im Verhältnis zur Erde.
Der Vierfüßler ist ein typisches Erdgeschöpf.
Am 4.Tag wurde die Erde geschaffen.
Die 4 symbolisiert: Körper – Seele – Geist – Maß, Ordnung, Gesetz.
Mit dem Quadrat verbindet sich: Stabilität, Stärke, Sicherheit, Konservativismus.
Seit alters her gelten die Zahlen, gebildet aus geraden Linien (4 und 7) als Zahlen, die das göttliche Prinzip symbolisieren.
In den ältesten Schriften finden sich die 4 Phasen des Mondes (Neumond, zunehmender Mond, Vollmond, abnehmender Mond) als "Ordner der Zeit".

Wir kennen:
die 4 Elemente (Feuer, Wasser, Luft, Erde),
die 4 Charaktere (Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker, Melancholiker),
die 4 Jahreszeiten (Herbst, Winter, Frühling, Sommer),
die 4 Himmelsrichtungen (N,W,S,O),
die 4 grundlegenden geometrischen Formen (Linie, Kreis, Dreieck, Viereck),
die 4 Arten der Zahlen (Einer, Zehner, Hunderter, Tausender),
die 4 Naturbereiche (Mineralien, Pflanzen, Tiere, Menschen).

Die Einbeziehung der 4. Dimension, der Zeit, in unser Denken bedeutet, Problemlösungen für Wege finden zu können, die anders nur als unlösbar gelten würden. Wir wissen, dass es unmöglich ist, einen Körper dorthin zu platzieren, wo sich schon ein anderer befindet. In der Dimension des Raumes ist das unvorstellbar, unter Einbeziehung der 4.Dimension Zeit ist es aber denkbar, weil es nun möglich ist, zeitversetzt zu denken und zu handeln.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen wird deutlich, wie sehr in Königsfeld im Schwarzwald der Gedanke der Zeit beheimatet ist und wie sehr der hier weilende Mensch die 4.Dimension, die Zeit als seine individuelle Eigenzeit erleben kann.

Logo eigenzeit in K�nigsfeld

Der Hörnlishof, erstes Haus der Ortsgr�nder

Kunst- und Medienschule und die eigenzeit-Akademie K�nigsfeld

Der Hörnlishof, erstes Haus der Ortsgründer.

Der heutige Kurpark K&oumL;nigsfeld

Der Kurpark Königsfeld heute